Während Rauchen früher fast überall erlaubt war, wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer strengere Nichtrauchergesetze verabschiedet, um die Gesundheit der nichtrauchenden Bevölkerung zu schützen. An Arbeitsplätzen und in öffentlichen Gebäuden ist Rauchen deshalb längst untersagt.

Zwar ist Passivrauchen nicht genauso schädlich wie Aktivrauchen, doch aufgrund der hohen Toxizität des Tabakrauchs, werden die Atemwege von Passivrauchern akut gereizt. Ebenso nimmt die Gefahr für chronische Atemwegserkrankungen zu – das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht sich ebenfalls signifikant.

Grund sind verschiedenste Stoffe im Rauch, die das Blut zusammenklumpen lassen und damit die Herzkranz- und Hirngefäße verstopfen. Aber wie ist das eigentlich bei der E-Zigarette: Ist Passivdampfen schädlich?

Passivdampfen: schädlich oder ungefährlich?

Immer mehr Menschen greifen zur E-Zigarette und lassen den Glimmstängel links liegen. Die gesundheitlichen Gefahren des Dampfens sind zahlreichen Untersuchungen (Langzeitstudien fehlen) zufolge in keinster Weise mit denen des Rauchens vergleichbar.

Viele Konsumenten wollen deshalb so mithilfe der weniger schädlichen Alternative das Rauchen aufgeben und über kurz oder lang auf nikotinfreie Liquids umsteigen, um die gesundheitlichen Gefahren noch weiter zu minimieren.

Ungiftige Inhaltsstoffe in Liquids

Die Verbrauchsflüssigkeiten von E-Zigaretten bestehen (abgesehen von Nikotin) aus gesundheitlich unbedenklichen Stoffen. Enthalten sind destilliertes Wasser sowie die Stoffe Propylenglykol (PG) und / oder pflanzliches “vegetable” Glycerin (VG). Dampfer, die besonders viel Dampf erzeugen wollen, setzen auf Liquids mit einem hohen VG-Anteil.

Soll der Throat Hit (das Gefühl im Hals, das beim Zug an der E-Zigarette entsteht) stärker sein, wählt man ein Liquid mit mehr Propylenglykol. Die Kohlenwasserstoffverbindung dient insbesondere als Trägerstoff für die verschiedenen Liquid-Aromen.

Gesundheitliche Gefahren gehen von keinem der beidem Stoffe aus.

Hinweis: Auch wenn Dampfen ohne Nikotin (stand heute) keine ernsthaften gesundheitlichen Gefahren birgt, sollte man während der Schwangerschaft auf den Konsum von E-Zigaretten bzw. deren Verbrauchsflüssigkeiten verzichten.

Weil zahlreiche Inhaltsstoffe nur als Lebensmittelzusätze gut erforscht sind, lässt sich keine endgültige Aussage dazu treffen, welche Langzeitwirkungen das Inhalieren dieser Stoffe hat.

Außerdem konnten in manchen Fällen Schwermetalle im Dampf[1]  nachgewiesen werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Bauteilen der E-Zigaretten abgegeben werden.

Kein Verbrennungsprozess bei E-Zigaretten

Ein signifikanter Unterschied zwischen der Tabak- und der E-Zigarette ist, dass bei der elektrischen Variante nichts verbrannt wird.

Das Liquid wird zwar erhitzt, Kohlenmonoxid und ein gefährlicher Nebenstromrauch wie bei Tabakprodukten entstehen allerdings nicht. Bei der klassischen Zigarette sind Passivraucher hingegen einem giftigen Gemisch aus Benzol, Cadmium, Formaldehyd und weiteren schädlichen Substanzen ausgesetzt.

Untersuchungen an Ratten konnten zeigen, dass der Nebenstromrauch giftiger sein kann als der Hauptstromrauch; also der Rauch, den der Raucher selbst inhaliert.

Passivdampf: kaum messbare Auswirkungen auf Raumluft

Weil man beim Dampfen einen Teil der inhalierten Stoffe wieder ausatmet, entsteht durchaus etwas wie “Passivdampf”. Allerdings gehen von diesem Passivdampf keine gesundheitlichen Gefahren aus.

Studien konnten zeigen, dass die Auswirkungen des Dampfens auf die Raumluft fast nicht messbar sind.

Das Atmen in einer Stadt kann gefährlicher sein als sich mit einem Dampfer im gleichen Raum zu befinden, konstatierten italienische Forscher im Jahr 2012.

In einem einem unabhängigen Sicherheitsbericht zu E-Zigaretten fasst der neuseeländische Tabakkontrollforschers Murray Laugesen zusammen, dass der ausgeatmete Dampf für Dritte unschädlich ist, da dieser keine Verbrennungsprodukte und (selbst bei konsumierten Liquids mit Nikotin) nahezu kein Nikotin enthält.

Einschränkungen trotz nicht vorhandener Gefahr

Am Arbeitsplatz ist Dampfen bis auf wenige nachvollziehbare Ausnahmen erlaubt. Ein grundsätzliches Dampfverbot dürfen Arbeitgeber aufgrund nicht vorhandener Gefahren für Dritte nicht aussprechen.

Das entschied das das Oberverwaltungsgericht Münster im Jahr 2014 jedenfalls für das Land NRW. Im Zug oder im Flugzeug sollte man hingegen die Hausordnung beachten. Die meisten Airlines (und Airports) machen von ihrem Hausrecht Gebrauch und stellen das Dampfen dem Rauchen gleich.

Quellen
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22672560?dopt=Abstract
www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Passivrauchen_Band_5_2Auflage.pdf
www.arpae.it/cms3/documenti/epam/correlazioni_inquinanti/articolo_journal.pdf
www.schawenzl.de/Info-Ecke/Studie-zum-Passivrauchen
doi.org/10.1016/j.fct.2012.07.025


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