Dampfen ist eine ziemlich individuelle Angelegenheit: Der Eine steht auf Liquids mit Nikotin, der Andere auf die Variante ohne den suchterzeugenden Stoff. Auch bei den Geschmacksrichtungen scheiden sich die Geister. Während die meisten Dampfer fruchtige Sorten oder Klassiker wie Minze / Menthol bevorzugen, trauen sich manche an ganz schön abgefahrene Liquid-Sorten mit Brathähnchen- oder Krabbengeschmack heran. Ganz besonders wichtig ist vielen Dampfern die Menge des Dampfs, die von der E-Zigarette erzeugt wird. Glücklicherweise lässt sich diese mit etwas Know-How individuell anpassen.

 

Dampfproduktion von E-Zigarette erhöhen

Die Dampfentwicklung ist bei der E-Zigarette von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen beispielsweise:

  • die Zusammensetzung des Liquids (PG-/VG-Verhältnis),
  • die Energie (Watt-Leistung bzw. Temperatur),
  • der elektrische Widerstand des Verdampfers (gemessen in Ohm),
  • die Luftmenge (Air-Flow) sowie
  • die Zugtechnik / Inhalationstechnik beim Dampfen.

 

Mehr Glycerin = mehr Dampf

Neben verschiedenen Aromen oder speziellen Inhaltsstoffen wie CBD (Cannabidiol) enthalten Liquids immer destilliertes Wasser, Propylenglykol (PG) und / oder pflanzliches Glycerin (VG). Die Kohlenwasserstoffverbindung Propylenglykol, die auch als Zusatzstoff 1520 deklariert wird und vollkommen unbedenklich ist, dient vor allem als Trägerstoff für die unterschiedlichen Liquid-Aromen. Je mehr PG in einem Liquid enthalten ist, desto stärker empfindet man den Throat Hit – das Gefühl im Hals, das beim Zug an der E-Zigarette entsteht und nicht mit dem Kratzen im Hals und ebenso wenig mit dem “Flash” zu verwechseln ist. Der Gegenspieler des PG ist VG (vegetable glycerine): Es macht das Liquid sanfter und erzeugt weitaus mehr Dampf als PG. Wer viel Dampf will, muss sich beim Liquid also entscheiden, ob Dampf oder Throat Hit Priorität haben. Das Beste von Beidem erreicht man bei Liquids mit einem ausgewogenen PG-/VG-Verhältnis.

 

Mehr Leistung = mehr Dampf

Die Rechnung ist simpel, geht aber auf: Mehr Leistung erzeugt mehr Dampf. Bei Variable-Watt-Akkuträgern lässt sich die Leistung individuell regulieren. Besitzt die E-Zigarette keine Watt-Einstellungsmöglichkeit, kann man die Energie über die Temperaturkontrolle (temperature control) erhöhen. Vergleichbar ist das Prinzip mit einem Kochtopf, der mit Wasser gefüllt ist. Erhöht man die Temperatur, entsteht mehr Wasserdampf. Wichtig: Die E-Zigarette braucht nicht nur die Einstellungsmöglichkeiten, sondern auch einen entsprechend leistungsstarken Akku.

 

In der Regel lassen sich Watt und / oder Temperatur nur bei sogenannten Box-Mods regulieren. Die meist eckigen Akkuträger können je nach Modell bis zu zwei Akkus fassen – der Verdampfer wird einfach auf den Box-Mod aufgeschraubt. Diese Bauform ist zwar nicht so handlich wie eine Pen-Style E-Zigarette, bietet dem fortgeschrittenen Dampfer jedoch zahlreiche Möglichkeiten, das Dampfen individuell anzupassen und so dem ganz persönlichen Sweet Spot näher zu kommen.

 

Geringer elektrischer Widerstand = mehr Dampf

Damit die (im Idealfall hohe) Leistung des Akkus besonders schnell durch den Verdampfer fließen kann, empfiehlt sich ein niedriger elektrischer Widerstand. Der Verdampfer heizt sich so schneller auf, wodurch beim Zug an der E-Zigarette mehr Dampf entsteht. In diesem Zusammenhang spricht man auch von sogenannten Sub-Ohm-Verdampfern mit elektrischen Widerständen zwischen 0,15 und 1,0 Ohm.

 

Mehr Luftstrom = mehr Dampf

Damit sich der durch die hohe Leistung und den geringen Widerstand erzeugte Dampf nicht staut, sollte man den Zugwiderstand mit Hilfe der Air-Flow-Control an der E-Zigarette verringern – Luftstrom und Dampfentwicklung werden dadurch erhöht. Der Nachteil: Ist der Zugwiderstand gering, ist der Dampf nicht ganz so dicht wie bei einem höheren Zugwiderstand. Der Geschmack verliert dadurch etwas an Intensität. Beim Einstellen des idealen Luftstroms ist also ein wenig Fingerspitzengefühl und Experimentierfreudigkeit gefragt.

 

Lungendampfen = mehr Dampf als Backendampfen

Beim Dampfen gibt es zwei grundlegende Inhalationstechniken: Backendampfen und Lungendampfen. Das Backendampfen ähnelt dem Zug an einer Tabakzigarette. Der Dampf wird dabei kurz im Mund behalten und erst dann in die Lunge inhaliert. Der Vorteil: Die inhalierte Menge lässt sich recht gut dosieren und das Geschmackserlebnis ist intensiver.

Wer allerdings auf besonders viel Dampf beim Dampfen schwört, sollte sich am Lungendampfen in Kombination mit einem geringen elektrischen Widerstand und einem niedrigen Zugwiderstand (also weit geöffneter Luftzufuhr) versuchen. Bei dieser Inhalationstechnik wird der Dampf sofort und ganz ohne Zwischenstopp im Mund in die Lunge gezogen.

Wichtig ist, dass man bei den entsprechenden Einstellungen (starke Leistung, niedriger elektrischer Widerstand und weit geöffnete Air-Flow-Control) kräftig genug an der E-Zigarette zieht. Tut man dies nicht, entsteht zu wenig Luftstrom – der Verdampfer wird nicht ausreichend kühlt. Die Folge ist ein Kratzen im Hals, das durch zu heißen Dampf hervorgerufen wird. Zieht man beim Lungendampfen hingegen stark genug, intensiviert man den Flash, verringert das Kratzen im Hals und erzeugt gleichzeitig jede Menge Dampf.

 

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