Bereits zu Beginn des Jahres 2018 wurde eine Studie veröffentlicht, in der in den Tanks sowie dem Dampf von E-Zigaretten toxische Metalle nachgewiesen wurden. Weil es sich hier um eine Studie aus den USA – durchgeführt von der Bloomberg School of Public Health der renommierten Johns Hopkins University in Baltimore (vielen aus dem Film “Das Schweigen der Lämmer” ein Begriff) – handelt, verbreitete sich die Nachricht zuerst in der Dampfergemeinde der Vereinigten Staaten. Schnell schwappte die Info aber auch zu uns in den deutschsprachigen Raum über.

 

Ergebnisse der Studie noch immer gültig?

 

Wir müssen zugeben: Auch wenn es bei der Untersuchung der US-amerikanischen Forscher keine entsprechenden Vergleichswerte gab – man hat die Konzentration der Schwermetalle im Dampf einfach mit der Konzentration etwaiger Stoffe in der normalen Atemluft verglichen – gibt es keine einhundertprozentige Entwarnung.

 

Nach wie vor scheint es so zu sein, dass viele E-Zigaretten Metalle wie Chrom, Nickel, Mangan und Blei abgeben. Während man mit der Heizspirale den Schuldigen für die Nachweisbarkeit von Eisen, Chrom, Aluminium, Nickel und Zinn ermitteln konnte, wurde die Herkunft des Bleis im Dampf bislang nicht geklärt.

 

Ablauf der Studie aus 2018

Bei insgesamt 56 Teilnehmern wurden Proben aus dem unbenutzten Liquid, dem Liquid in der E-Zigarette sowie dem Dampf genommen. Anschließend schickten die Forscher diese Proben an das Chemische Institut der Universität Graz in Österreich. Das Ergebnis: Alle genommenen Proben enthielten relevante Mengen an Metallen.

Während im Liquid selbst sowie dem sich im Tank befindlichen Liquid nichts Nennenswertes gefunden wurde, lag das Problem wie vermutet in dem Aerosol der Metalle im Dampf.

Interessant war, dass die Menge entsprechender Metalle desto höher war, je öfter der Coil bei den untersuchten E-Zigaretten gewechselt wurde. Dieses Bauteil ist demnach mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit jenes, das den Großteil der Metalle abgibt, die zu etwaigen gesundheitlichen Negativfolgen führen können. Außer Blei sind alle gefundenen Metalle Teil der Heizwendel-Legierungen wie beispielsweise Kanthal.

Wie toxisch diese Mengen sind und ob die geringen Werte überhaupt eine tatsächliche Gefahr für den E-Zigaretten Konsumenten bergen, ist nicht eindeutig geklärt. Eine im Mai 2018 durchgeführte Untersuchung des griechischen Kardiologen Dr. Konstantinos Farsalinos versucht diese Frage jedoch zu beantworten.

Metallpartikel in der e-Zigarette

Studie zur Risikobewertung von Kardiologe Dr. Farsalinos

Der Mediziner hat für seine Untersuchung zur Risikobewertung 1.200 Züge an einer E-Zigarette zugrunde gelegt, was weit über der Konsummenge eines starken Dampfers liegt – sicher ist schließlich sicher. Als Bewertungsmaßstab legte der Forscher die drei folgenden Kriterien fest:

 

  1. maximal zulässige Tagesdosis für inhalierte Medikamente gemäß der U.S. Pharmacopeia in Bezug auf Chrom, Cadmium, Nickel, Kupfer und Blei

 

  1. niedrigster Risikowert wie er von der „Agency for Toxic Substances and Disease Registry“ für den Stoff Mangan definiert wird

 

  1. empfohlener Expositionswert für die Metalle Zinn, Titan, Zink, Eisen, Barium, Zirkonium und Aluminium des „National Institute of Occupational Safety and Health“

 

 

Das Ergebnis der Untersuchung zur Risikobewertung von Metall-Nanopartikeln im Dampf von E-Zigaretten war recht positiv: Bis auf ein einziges Produkt überzeugten alle getesteten E-Zigaretten mit Werten, die weit unter den entsprechenden Grenzwerten lagen.

 

Entwarnung? Nicht ganz!

Im Vergleich zu Tabakzigaretten ist der Konsum von E-Zigaretten bzw. Liquids weit weniger schädlich. Trotz der unumstrittenen Gegenwart von Metallen im Dampf ist die Exposition zu toxischen Stoffen bei Tabakprodukten höher. Auch die Liquids sind nicht das Problem, sondern wenn überhaupt die Bauteile der E-Zigaretten, welche die Metall-Nanopartikel abgeben.

Die Verbrauchsflüssigkeit selbst ist dank ihrer überschaubaren Inhaltsstoffe weitgehend unbedenklich. Hier sind die Hersteller der E-Zigaretten bzw. der Bauteile gefordert, bei den Legierungen nachzubessern oder Alternativen zu entwickeln.

Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Stoffe wie Aluminium, vor allem wenn sie als Nanopartikel eingeatmet werden, der Gesundheit schaden können. Solche kleinen Partikel können ohne Umwege über die Lunge direkt in den Blutstrom des Menschen gelangen und sich in Organen anreichern.

In verschiedenen wissenschaftlichen Studien hat sich Aluminium beispielsweise als Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer erwiesen, da das Metall für Ablagerungen des Amyloid-Proteins im Gehirn sorgt. Blei steht darüber hinaus im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.

 

Fazit - Nanopartikel in e-Zigarette_gefährlich oder nichtFazit

In besonderen Lebenssituationen wie z. B. der Schwangerschaft sollte man in jedem Fall auf das Dampfen verzichten. Wer sich auch sonst keinen gesundheitlichen Gefahren aussetzen möchte, tut sich ebenfall etwas Gutes, wenn er oder sie komplett auf E-Zigaretten verzichtet. Die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit sind nicht ausreichend untersucht und neue Studienergebnisse sollten immer ernst genommen werden.

Allerdings möchten wir betonen, dass auch ein Spaziergang an einer viel befahrenen Hauptstraße oder durch ein Hafenviertel (Schiffe stoßen immense Mengen Feinstaub aus) Risiken für die Gesundheit birgt – teilweise höhere als der Konsum von E-Zigaretten / Liquids. Und die Tatsache, dass Dampfen, egal ob mit oder ohne Nikotin, die bessere Alternative zu Tabakzigaretten ist, bleibt trotz der hier angeführten Tatsachen ebenfalls unberührt.

 

 

Quellen & Verweise

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/89490/E-Zigaretten-verdampfen-Blei-und-andere-Metalle

https://www.deutsche-alzheimer.de/unser-service/archiv-alzheimer-info/leichtes-metall-mit-schweren-folgen-aluminium-und-die-alzheimer-krankheit.html

https://www.allum.de/stoffe-und-ausloeser/blei/gesundheitsrisiken

http://blog.schawenzl.de/interview-zur-e-zigarette-mit-konstantinos-farsalions/

 

 

 

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