In unserer Blogreihe “Was ist…” haben wir Euch bereits den Inhaltsstoff Nikotin vorgestellt. Heute geht es um einen weiteren Stoff, der in e-Liquids zu finden ist: Glycerin. Es ist eines der Bestandteile von Liquids für die elektrische Zigarette. Auf manchen Produkten wird es auch mit „VG“ abgekürzt. Diese Bezeichnung entstammt vom englischen Namen „vegetable Glycerin“. Doch egal ob „VG“, Glycerol oder „E 422“ – das Glycerin ist ein natürlicher Stoff, der nicht nur bei Verdampfern beliebt ist.

 

Süße Flüssigkeit, die eigentlich ein Abfallprodukt ist

Hinter der Bezeichnung „Glycerin“ verbirgt sich ein Zuckeralkohol und damit der einfachste dreiwertige Alkohol. Daher wird der farb- und geruchslose Stoff auch als Glycerol bezeichnet, denn „-ol“ ist die korrekte Bezeichnung für Alkohol. Glycerin kommt in allen natürlichen Fetten und fetten Ölen vor. Es hat eine wichtige Rolle bei den Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper. Daher wird es auch als Lebensmittelzusatzstoff verwendet – hier unter der Bezeichnung „E 422“.

Es hat einen süßen Geschmack und ist eine viskose und hygroskopische Flüssigkeit. Seinen Namen hat das Glycerin dem französischen Chemiker Michel-Eugène Chevreu zu verdanken. Entdeckt hat den Stoff jedoch der deutsch-schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheel bei der Verseifung von Olivenöl im Jahr 1779. Erst 1854 wurde ein Verfahren entwickelt, um diesen Stoff für den industriellen Bereich zu synthetisieren.

Dies ist dem Engländer George Fergusson Wilson zu verdanken. In den letzten Jahren ist jedoch das pflanzliche Glycerin auf dem Vormarsch, das vor allem bei der Produktion von Biodiesel abfällt. Da dieser auf biologische Weise angebaut wird, eignet sich auch das Abfallprodukt hervorragend für die verschiedenen Verwendungen.

Ein dritter Weg der Gewinnung ist die Herstellung aus Palmöl. Doch für Plantagen mit Ölpalmen werden viele Hektar Regenwald abgeholzt.

Begegnungen im Alltag: Glycerin in Kosmetik, Tabakprodukten und Co

Der Zuckeralkohol ist im alltäglichen Gebrauch weit verbreitet. Doch kaum einer weiß, dass er eben auch Glycerin verspeist oder auf die Haut aufgetragen hat.

Der Stoff findet sich nicht nur als Lebensmittelzusatz in vielen Speisen, auch Kosmetikartikel beinhalten ihn. Denn Glycerin hat eine feuchtigkeitsspendende Eigenschaft, die in so mancher Creme genutzt wird. Auch Schuhcreme profitieren davon und halten Leder beispielsweise geschmeidig. Aber auch bei der Herstellung von Kunststoffen, Mikrochips und Zahnpaste spielt Glycerin eine Rolle. In Futtermittel von Kühen, Schweinen und Hühnern findet sich ebenso Glycerin wie auch in medizinischen Produkten zur Behandlung von Hirnödemen.
In Tabakprodukten ist Glycerin ebenfalls vorhanden – hier auch, um die Produkte der Pflanzenblätter feucht zu halten. Neueste Verwendung von Glycerin ist die Mischung in Liquids für elektrische Zigaretten. Hier wird die Eigenschaft zunutze gemacht, dass Glycerin unter Hitzeeinwirkung weißen Dampf bildet.

Giftig? Die Auswirkungen auf den Körper

Aufgrund der vielfältigen Verwendung ist die Wirkung von Glycerin auf den menschlichen Körper gut erforscht. Egal ob inhaliert, verdaut oder über die Haut aufgenommen wird – es gilt allgemein als unbedenklich für den menschlichen Organismus.

Da es ein Teil des Stoffwechsels ist, wird es innerhalb dessen einfach in Beta-Oxidationen umgewandelt. Bei vermehrter Aufnahme über die Atemwegsorgane warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch vor Schäden am Kehlkopf und Reizungen der Nasenschleimhäute. Wer Glycerin einatmet, kann unter anderem auch einen trockenen Mund, rauen Hals oder vermehrten Durst bekommen.

Unter Dampfern von E-Zigaretten tritt das jedoch meist nur zu Anfang des neuen Dampferlebnisses auf. Wer viel trinkt, kann dem gut vorbeugen.

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